Bunte Bühne

 Bunte Bühne: Turbulenter Schwank um heimliche Liebe und Modernisierung im Familienbetrieb

Bunte Bühne

Richtig turbulent geht es im aktuellen Weihnachtsstück der Bunten Bühne zu: nicht nur, dass sich die neun Mitwirkenden in ihren Rollen voll ins Zeug legen, auch vor dem gelegentlichen Einsatz von Mehlstaub und Fleischklopfer wird in dem Dreiakter „Der Brezensalzer“ von Ralf Kaspari nicht Halt gemacht. Für Herbert Holzner ist es die letzte Regiearbeit, die am 2. Weihnachtsfeiertag Premiere hatte und noch an drei weiteren Terminen im Stadtsaal aufgeführt wird.

Seit Oktober wurde für das aktionsreiche Stück geprobt, in dem es um die heimliche Liebe zwischen dem Lehrmädchen Susi (Regina Bruckmeier) und dem Bäckerssohn Frank (Karl-Jürgen Starzl) und um Modernisierungsmaßnahmen im Familienbetrieb von Bäckermeister Helmut Neuberger (Franz-Xaver Anders) geht. Das personelle Aufgebot an Mitspielern sorgt dabei für einen lustig-dynamischen Ablauf mit vielen Intrigen, Missverständnissen und eingebauter Situationskomik. Auch wenn man bei der Premiere anfänglich noch das Lampenfieber der Darsteller spürte und Souffleuse Edeltraud Vitzthum hin und wieder einsagen musste, so reihte sich für die 160 Zuschauer im Laufe der Vorführung beinahe pausenlos eine witzige Szene an die andere, was mit viel Applaus und Gelächter goutiert wurde.

Wieder einmal sehr überzeugend spielt Andrea Steiner die Rolle als Bäckersgattin Elvira, die den Sohn lieber mit der Wirtstochter Gabi (keck und frech: Sonja Neuberth) vermählen würde und deshalb das Lehrmädchen Susi feuert. Zu Hilfe kommt ihr dabei die Schwägerin in spe, Wirtin Christa Hoffmann, in deren Rolle Alexandra Kurnoth (Trachtenverein Burgkirchen) herzhaft und textsicher agiert.

Kämpferisch, aber trotzdem niedlich, gibt Regina Bruckmeier den Bäckerlehrling Susi, etwas zurückhaltender mimt Karl-Jürgen Starzl ihr begehrtes „Herzblatt“ Frank Neuberger. Keine Frage, dass auch Stephan Loipersberger mit seinem trockenen Humor immer wieder für Lacher sorgt, vor allem im Gespann mit Franz-Xaver Anders, der als Bäckermeister „Pudding-Ufos“ produziert, die Innungszeitschrift auswendig lernt und für „funktionierende, kundenorientierte Handwerks-und Gastronomiebetriebe“ plädiert.

 Schillernd im wahrsten Sinne scheucht Birgit Schaller in der Rolle der Tourismus-Chefin die angestaubte Betriebs-Idylle auf und auch Thomas Stadler bringt als „Eventmanager“ die eine oder andere Wendung ins Spiel. Welche, wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

Weitere Spieltermine jeweils im Stadtsaal:

Samstag, 29. Dezember, 20 Uhr,

Sonntag, 30. Dezember, 16 Uhr,

Sonntag, 6. Januar, 16 Uhr.

 

Bericht ANA 28.12.2012

„Da Brezensalzer oder Schnitzelkönig und Bäckermeister“ – Herbert Holzner zum letzten Mal Spielleiter

Mit der Bunten Bühne geht es weiter. Dabei war das im Sommer noch gar nicht klar, nachdem immer weniger männliche Darsteller für die Bühnenbretter Neuöttings Interesse zeigten. Nach einem Aufruf des Anzeigers fand sich mit Jürgen Starzl zumindest ein Theaterbegeisterter ein und schon kann das Stück „Da Brezensalzer oder Schnitzlkönig und Bäckermeister“ heißen: „Alles ist gut“ in der kleinen Dorfbäckerei von Helmut (Franz Xaver Anders) und Elvira Neuberger (Andrea Steiner). Sohn Frank (Jürgen Starzl) will die Meisterprüfung ablegen und dann seine langjährige Freundin Gabi (Sonja Neuberth), die Tochter der befreundeten Wirtsleute (Stephan Loipersberger und Sandra Kurnoth) vor den Traualtar führen. Zudem wird Lehrmädchen Susi (Regina Bruckmeier) ihre Ausbildung als Beste aus ganz Bayern abschließen und natürlich als Bäckereifachverkäuferin übernommen werden. Doch dann wird Frank mit Susi inflagranti erwischt und zu allem Überfluss taucht die neue Tourismuschefin  Dr. Gürtler (Birgit Schaller ) auf, die das ganze Dorf umkrempeln will. Vor allem die Speisekarte vom „Wirt“ bemängelt sie, deren Abwechslung nicht über siebzehn Schnitzelvariationen hinausgeht. Bäcker Helmut steht ihren Vorschlägen trotz allem positiv gegenüber und stimmt einem Pressebericht über die Neugestaltung seiner Bäckerei spontan zu. In seiner Begeisterung vergisst er nur, seine Familie von seinen Plänen zu informieren. Inzwischen hat seine Frau Susi kurzerhand „gefeuert“. Mit dem Erscheinen des Zeitungsberichtes bricht ein wahrer Sturmlauf auf die Bäckerei herein, dem Elvira alle nicht gewachsen ist, zumal sie nicht mit der Computerkasse vertraut ist. Jetzt ist guter Rat teuer, denn Susi denkt nicht mehr daran als Verkäuferin zurückzukommen – wenn, dann nur als Chefin. Elvira ist völlig außer sich, denn nun taucht auch noch Eventmanager Bernd (Thomas Stadler) auf, der nicht nur die Susi eine unbeschwerte, sichere Zukunft verspricht.

Für Herbert Holzner ist dies definitiv sein letzter Auftritt als Spielleiter, „junges Blut“ soll folgen. Immerhin wurden aus den fünf geplanten Jahren als Regisseur vierzehn in seinen nunmehr 40 Jahren Mitgliedschaft bei der Bunten Bühne. Damit die Bunte Bühne aber noch oft für ihre Fans spielen kann, werden Handzettel verteilt mit der Frage: „Wer hat Lust zum Mitspielen?“

Als Souffleuse wirkt wiederum Edeltraud Vizthum, für die Bühnentechnik zeichnen Simon Waxenberger und für die Maske und Frisuren Birgit Schaller verantwortlich, den Kassendienst übernehmen Ludwig Kelnhofer und Thomas Strohmeier und die Bäckereirequisiten steuert die Bäckerei Hofstetter bei. Hier konnten die Darsteller bei einem Fototermin, für den Oskar Hofstetter extra eine Riesenbreze buk, gleich Bäckereiluft schnuppern.

„Da Brezensalzer“ kommt im Stadtsaal zur Aufführung. Termine sind: Mittwoch, 26. Dezember (Stephanitag), 20 Uhr; Samstag 29. Dezember, 20 Uhr; Sonntag 30. Dezember, 16 Uhr und Sonntag 6. Januar 2012, 16 Uhr. Kartenvorverkauf gibt es ab Samstag, 1. Dezember, beim Frisör-Express in der Landshuter Straße, Tel: 08671/883437

Bericht und Foto ANA 30. November 2012

Neue Männer braucht das Bunte Bühnen-Land

Spielleiter Herbert Holzner kann die Rollen nicht besetzen

(ANA vom 12.07.2012)
Die „Bunte Bühne“ braucht neue Männer, sonst muss das Weihnachtsstück zum zweiten Mal hintereinander abgesagt werden. Spielleiter Herbert Holzner tut sich unendlich schwer, bühnenbegeisterte Mannsbilder zum Mitspielen motivieren zu können. Aktuell habe man noch etwa ein Dutzend Laienschauspieler, die sich zur „Bunten Bühne“ zugehörig fühlen, einige andere würden gelegentlich aushelfen. Aber zum Spielen braucht Holzner einfach mehr Leute – und vor allem Männer, jüngere Männer: „Vor allem der jugendliche Liebhaber, der geht mir schon seit langem ab“, sagt Holzner, selbst mit 65 Lenzen knapp zu alt dafür. Dass die Bunte Bühne, die von ihrer Gründung im Jahr 1947 weg bis zum Jahr 1997 genau 165 Stücke mit 670 Vorstellungen spielte, in den vergangenen Jahren immer weniger Stücke und Aufführungen hatte, entspricht dem Trend. Zum einen, so meint Holzner, der das Amt des Spielleiters 1990 von Konrad Stadlbauer übernommen hatte und heuer sein „40-Jähriges“ bei der Bunten Bühne feiert, gebe es zwischenzeitlich „fast in jedem Dorf eine Theatergruppe“. Auch dort stehe man oft vor ähnlichen Problemen – da wird die Belastung im Beruf als Grund angeführt, dass man keine Zeit mehr hat, bei anderen spielt die Gesundheit nicht mehr mit: „Wenn ich bloß zwölf Leut’ hab und von denen haben fünf an Weihnachten keine Zeit, dann wird’s eng“, so Holzner, denn ein „anschaubares Lustspiel braucht mindestens vier Frauen und vier Männer“.

Konrad Stadlbauer, der von 1963 bis 1990 Spielleiter war und selbst seit 60 Jahren bei der Bunten Bühne ist, 55 Jahre lang jedes Weihnachten Theater gespielt hat, muss sich von der Bühne aus gesundheitlichen Gründen fast verabschieden: 760 Aufführungen hat er gehabt, sagt der 78-Jährige und hofft sehr, dass sich Nachfolger finden, die die Bühne wieder beleben können. Wer mit dabei sein will, kann sich an Herbert Holzner, 08633/1454 oder 0179/5039011 wenden. Das Stück, das gespielt werden soll, ist schon bestens vorbereitet: „Der Brezn-Salzer“ soll es sein, geschrieben im Jahr 2007, sagt Herbert Holzner – und bereits für das vergangene Jahr auf dem Plan. Doch mangels Spielern hatte 2011 erstmals nach 64 Jahren das Weihnachtsstück abgesagt werden müssen. Und wenn sich auch heuer niemand mehr meldet, „dann muss ich ein zweites Mal absagen“, sagt Holzner – immer noch in der guten Hoffnung, dass es so weit nicht kommen möge.

  • 7. März 2020 – Vereinsabend
    20:00
  • 4. April 2020 – Vereinsabend mit Maibaumversteigerung
    20:00
  • 1. Mai 2020 – Maibaumaufstellen
    N/A
  • 8. Mai 2020 – Maiandacht
    19:00
  • 8. Mai 2020 – Vereinsabend
    20:00